Norwegen 2014: Angelreise zum Nordfjord bei Maloy!
von Binz Serge, Gelhausen Pierrot und Braun Mike
Nach Froya 2012, stand 2014 wieder Norwegen auf dem Programm und die Reise führte uns diesmal nach Steinvik bei Maloy an den Nordfjord, in der Region Sogn og Fjordane! Die Begeisterung war groß am 20. August 2014 als es früh morgens auf den Weg nach Norden ging. Der erste Reisetag führte uns stressfrei nach Flensburg an die Flensburger Förde wo wir es uns abends in Deutschlands nördlichstem Braugasthaus, der „Hansens Brauerei“ gemütlich machten.

Flensburg ist sehenswert und wirklich als Reiseetappe zu empfehlen. Am 2. Tag gings weiter über Dänemarks Autobahnen bis nach Hirtshals wo die Fjordlinefähre gebucht war, die uns über Nacht nach Bergen übersetzen sollte. Enttäuscht waren wir über die doch erhebliche Verspätung der Fähre die normal um 21.30 Uhr ablegen sollte jedoch erst gegen 23:45Uhr den Kai verließ, ohne dass bekannt war wieso die Verspätung zustande kam! Auch das neue Schiff, welches groß in der Fachpresse angekündigt worden war, ist, außer dass es neu und somit noch sauber war, nichts Besonderes. Sogar das Essen war kein hervorzuhebendes Erlebnis.

Mit Verspätung In Bergen angekommen gings von der Fähre direkt über die E39 in Richtung Norden in die Nähe von Förde, wo wir nach einer kurzen Sognefjordüberquerung mit einer Fähre den Campinplatz Jolstraholmen erreichten. Dort bezogen wir eine schöne, neue Hütte und freuten uns abends auf den Besuch von Angelkollegen aus Deutschland, die in der Nähe Urlaub machten. In geselliger Runde wurden abends ein paar Bier getrunken und interessante Angelerlebnisse ausgetauscht.

Bevor es am andern Tag weiter nach Steinvik ging, besuchten wir den in der Nähe befindlichen Wasserfall „Huldfossen“. Gegen 15 Uhr erreichten wir unser Ziel in Steinvik nur einige Kilometer von der Fischereihafenstadt Maloy entfernt

Dort hatten wir ein Haus direkt am Wasser, dem Skavoypollen, ein Nebenarm des Nordfjord, gemietet. Direkt am Haus, mit herrlicher Aussicht, war ein kleiner privater Hafen wo auch unsere Boote lagen. Das Haus war gut und zweckdienlich eingerichtet mit 3 Schlafzimmern, Bad mit Waschmaschine und Trockner, komplette Küche, Sitzecke mit Flachbildschirm und großer Terrasse mit Möbeln.

Was die Angelboote betrifft, so mussten wir allerdings schnell feststellen, dass sie für diese Region, mit doch erheblichen Strömungen nicht sonderlich geeignet waren. Mit 16Fuss Länge und knapp 8ps Zweiertakt Motoren, waren sie eher für die irischen Seen geeignet als für strömungsreiche Fjorde. Die Motoren waren des Öfteren sehr schnell am Limit, besser gesagt, sie waren permanent überfordert. Die Anfahrten zu den Angelplätzen wie der Hornelsneset, Skatestraumen, Fafjorden, Vagsfjorden, dauerten einfach zu lange und man verlor wertvolle Angelzeit und bei einsetzender Strömung war ein Weiterkommen mit den zu schwachen Motoren gegen die Strömung, Windverhältnisse oder Wellengang so gut wie nicht mehr möglich. Um durch den Skatestraumen zu gelangen, verging eine Ewigkeit und man musste die einsetzende Ebbe oder Flut genau berücksichtigen! Um aus den Fjorden hinaus auf den offenen Atlantik zu fahren konnte man ganz vergessen!

Die ersten Tage, wie immer in einem neuen Revier, war erstmal das erkunden, suchen und ansteuern von potentiellen Angelstellen auf dem Programm und man merkte schnell, dass das Angeln hier etwas mehr abverlangte als nur Köder reinwerfen und Fische rausziehen! Hinzukam, dass das Wetter sich auch nicht unbedingt von seiner besten Seite zeigte! Da unser Mindestmaß für Fische bei gewohnten 60cm lag, mussten wir schnell feststellen dass in dem Fall die Kühlkisten schwer zu füllen waren. So wurde nach etwa 3 Tagen das Maß um 5cm nach unten korrigiert! Auch das Wetter besserte sich Zusehens, sodass man bei ruhigem Wetter bis an die Grenze zum offenen Atlantik vorstoßen konnte. Es wurden schöne Pollacks, Dorsche und einige wenige Seelachse gefangen. Hervorzuheben sind auch die unzähligen Bisse von starken Fischen, die erfolglos blieben, da die Burschen trotz geschlossener Rollenbremse, meterweise Schnur von den Rollen rissen und in die Tiefe rauschten um dann in den Felsen und Tang Feldern verloren zu gehen! Auch das gehört zum Angeln! Die Ausbeute beim Naturköderangeln auf Leng und Lumb erwies sich wegen der großen Strömungen als sehr schwierig und war so gering, ganze 2 Lengs bis etwa 1m bissen auf Fischfetzen am schweren Pilker, sodass nach einigen Versuchen an potentiellen Stellen, diese Angelmethode eingestellt wurde. Fortan war fast nur noch leichtes Spinnfischen angesagt, mit feinen Sportex Black Pearl Ruten von 2,40m und 20-60gr Wurfgewicht, mit leichtem Pilkern bis 80gr und vor allem mit Gummifischen von 8cm an Bleiköpfen von 15 bis 30gr. Die Fische standen tief und man musste weit hinunter um einige Fische an den Haken zu bekommen. Auch die Auswahl der richtigen Köderfarbe wurde zum Geduldspiel. Nach gut 5 Tagen intensivem suchen, viel umherfahren, weit entfernte Stellen ansteuern und viel ausprobieren und den schmerzend vielen Hängern und Abrissen, konnte sich jeder die erlaubte Mindestmenge an Fischfilets sichern. Es konnten, trotz der schwierigen Angelei einige schöne Pollacks und Dorsche bis etwa 75cm erbeutet werden.

An den folgenden Tagen war das Wetter dann wieder gegen uns und es regnete und stürmte heftig. Trotzdem starteten wir den Versuch in den Ulvensund entlang Maloy. Die Motoren standen permanent auf Vollleistung doch ein wirkliches Weiterkommen war nur schwer möglich, vom Angeln gar nicht die Rede! Nach knapp 2 Stunden steuerten wir durch aufgewühltes Wasser wieder den Hafen an. Der folgende Tag war noch schlechter und wir verlebten einen geruhsamen Tag im Haus und beim Einkauf in Maloy. Nach knapp 2 Wochen war die Zeit vorbei und die Rückreise musste angetreten werden. Diese führte uns wieder durch wunderschöne Gegenden bis nach Oslo.
In Oslo checkten wir im Haraldsheim ein und erkundeten zu Fuß die Hauptstadt am Oslofjord. Abends verbrachten wir einen gemütlichen Abend im Hard Rock Café mit einem guten Abendessen.

Am nächsten Tag erwartete uns die Color Fantasy, welche uns wie gewohnt, in schönem Ambiente, in knapp 20 Stunden nach Kiel übersetzte. Abends nach dem traditionellen Sauna und Wellness, diskutierte man, bei leckeren Cocktails und gutem Essen, wohin die Norwegenreise 2016 führen soll!
Den letzten Tag verbrachten wir wie gewohnt auf den deutschen Autobahnen und landeten gesund, zufrieden und wohlbehalten gegen 18:00 Uhr in Luxemburg!


