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Angelferien in Gurvikdal Havfiskecenter auf Froya

vom 20 juni bis 9 Juli 2012

Reisebericht von Binz Serge, Gelhausen Pier, Scheid Petz, Gillig Dan


Am 20. Juni war es endlich wieder soweit. Pier und Ich hatten den Wagen mit dem nötigen Angelmaterial beladen und es ging los Richtung Norden. Dieses Jahr sollte die Angelreise uns nach Froya, der kleinen Schwesterinsel von Hitra in Mittelnorwegen führen. Genauer gesagt war unser Ziel das Havfiskecenter Gurvikdal.

Norwegen2012-3Norwegen2012-4Doch bevor wir dort ankamen standen wie immer einige interessante Etappen auf dem Programm. Am 1. Tag erreichten wir Kiel, wo auch unsere beiden Kollegen Petz und Dan zu uns stiessen. Wir bezogen unsere Hotelzimmer und sogleich stürtzten wir uns in den Rummel, denn es war Kielerwoche. Herrliche Boote und Schiffe waren zu bewundern und ganz Kiel war eine einzige grosse Kirmes.
An nächsten Tag checkten wir auf die Autofähre der Colorline ein. Ein Höhepunkt war natürlich das Durchfahren der Kielerförde, mit tausenden von Booten, Seglern und Schiffen die zur Kielerwoche anwesend waren. Die herrlich schöne Color Magic brachte uns wie immer, relax und gut ausgeruht in knapp 20 Stunden bis nach Oslo. Von dort aus gings direkt weiter über die E6 immer Richtung Norden und unterwegs gab es natürlich auch einige Höhenpunkte, die man auf einer solchen Reise unbedingt gesehen haben muss. Es waren dies zb. die Olympiastadt Lillehammer oder die Überquerung des Dovre Fjell Plateaus, ein Naturschutzgebiet das für seine Moschusochsen bekannt ist. In knapp 8 Stunden erreichten wir die Krönungsstadt Trondheim, wo wir einen weitere kulturellen und kulinarischen Übernachtungsstop einlegten. Da am 22 Juni in Trondheim Mittsommer ist, und es nie dunkel wird, kann man die ganze Nacht die Stadt erleben. Nach einer obligatorischen Visite des Nidarosdoms, kann man relax in den zahlreichen Restaurants und Cafés im Hafenviertel verweilen.
Am 23 Juni ging es dann gegen 11 Uhr gemächlich von Trondheim Richtung Gurvikdal auf Froya, wo wir gegen 13 Uhr von Roger, dem Inhaber der Station begrüsst wurden. Wir
konnen sofort unsere Wohnung beziehen und kurz darauf war auch schon die Übergabe und Einweisung der Boote. Die saubere Unterkunft, direkt am Wasser gelegen, ist
zweckmässig eingerichtet, man hat alles was man braucht um einen tollen Angelurlaub zu erleben. Die grossen rauhwassertauglichen Aluminiumboote sind ebenfalls top, mit 40 Ps 2-takt Motoren, Gps, Kartenplotter, Echolot, Steuerstand und Anker ausgestattet. Die für 4 Personen gedachten Boote belegten wir mit nur 2 Personen sodass man ausreichend Platz hatte und sich niemals in die Quere kam. Auch der Schlachtraum war gross, sauber und zweckmässig eingerichtet und grosse, für jede Unterkunft reservierte Tiefkühlschränke standen zur Verfügung.
Abends dann, es wird ja nicht dunkel, konnten wir schon die erste Angelausfahrt antreten und so erkundeten wir bis spät in die helle Nacht die Fjorde und das riesige chärengebiet. Ab und zu wurde auch mal ein Gummiköder an der feinen Spinnrute zu Wasser gelassen und es dauerte nicht lange bis die ersten Fische sich blicken liessen. Spät nach Mitternacht fuhren wir im leichten Dämmerungslicht dann wieder den langen Fjord hinauf zu unserem Hafen und überall an den Ufern konnte man die Mittsommerfeuer brennen sehen und überall wurde der 23. Juni, der Midsommer, gefeiert.
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So ging es jetzt jeden Tag. Nach dem Aufstehen warf man einen prüfenden Blick auf das Wetter, das in dieser Gegend sehr schnell ändern kann. Es war durchaus möglich dass man nach dem Frühstück zum Boot wollte und es war der dickste kalte Nebel, oder es wehte plötzlich ein kalter, scharfer Wind, obwohl eine halbe Stunde zuvor noch die Sonne schien. Aber so schnell wie der Nebel oder der Wind kam verschwand er auch meistens wieder, oder man wartete eben bis mittags und fuhr dann zum Angeln, oder wieso nicht, eine Mitternachtsausfahrt im rot leuchtendem Licht des Midsommerhimmels bis morgens 5 Uhr ist auch ein wunderbares, unvergessliches Erlebnis.
Die ersten Tage waren die Fische nicht so leicht ins Boot zu kriegen, natürlich man fing immer hie und da ein Paar, aber das ganz grosse wilde Beissen war es auch in dieser
Gegend nicht. Die Fische springen auch hier nicht einfach nur so ins Boot, man muss sie suchen, finden und dann auch noch fangen. Nach ein paar Tagen klappte es dann aber ganz gut und wir machten uns in den Schären die Gezeitenströme zunutze und dann lief es schon fast perfekt auf Dorsch und Co.
Dorsche von ganz Klein bis 85cm, wobei wir das Mindestmass auf 65cm heraufsetzten, wurden mancherorts in knapp 5 Meter Wasser gefangen und dies Schlag auf Schlag. Geangelt wurde in den Schären ausschliesslich mit der Spinnrute mit kleinen Gummifischen und Twister. Viele schöne Fische wurden gefangen und Pier konnte sogar 2 schöne
Heilbutts von 75 bis 85cm mit der leichten Spinnrute und einem kleinen Gummifisch landen. Unnötig zu erwähnen dass solche Platten das leichte Sppinngerät bis an seine
Grenzen brachte. Pollack allerdings war eine Spezialität für sich. Hohe abfallende Felsen brachten nicht den gewohnten Erfolg, obwohl der ein oder andere Fisch sich überlisten liess, aber wie zb auf Tysnes verlief die Angelei nicht.
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An einigen Tagen wurde auch leichtes Naturköderangeln vom treibenden Boot ausgeübt, bis etwa 100m Tiefe. Schöne Schellfische bis 75cm, Lengs bis 1m, Lumbs, Seelachse und natürlich grosse Dorsche wurden gefangen. Der grösste Dorsch war ein Exemplar von knapp 1,18m, der mir auf knapp 40m Tiefe auf meine Schellfischmontage mit kleinen Fischfetzen beköderten 1/0 circlehooks biss.

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Aber immer wieder fuhren wir in die Schären rein oder zb zum Hagstenen, einem riesigen Felsen, um dort mit der Spinnrute und als Köder Twister und Gummifische zu angeln. War man zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle und man konnte sich die vorherrschende Strömung zu Nutze machen, konnte man wahre Sternstunden erleben. Schnell war eine grosse Fischkiste mit prachtvollen Pollacks von bis zu 85cm gefüllt oder eben mit herrlich gefärbten Dorschen. Allerdings waren auch immer wieder grössere Exemplare auf der Jagd, doch diese waren im strömungsstarken Wasser fast nicht zur Oberfläche zu bewegen und so manche rissen unsere 40er oder 45er Fluokarbonvorfächer reihenweise ab. Allerdings so schnell wie die Strömung abflaute verkrochen sich auch wieder die Pollacks und verschlossen ihre Mäuler.

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Nach knapp 14 Tagen war dann auch schon wieder die Freude vorbei und man bereitete sich auf die Heimreise vor. Am 7. Juli verliessen wir Gurvikdal Havfiskecenter wieder, mit der erlaubten Menge gefrorenem, leckerem Fischfilet, mit den Gedanken an eine herrliche Fischerei, an gute Boote, eine herrliche, fischreiche Gegend, an einen hilfsbereiten, korrekten und freundlichen Inhaber, der immer zur Stelle war und unkompliziert etwaige Probleme zur vollsten Zufriedenheit der Kunden löste.
Nach kanpp 10 Stunden Fahrt Richtung Süden über die R3, erreichten wir am Abend die Hauptstadt Oslo, wo wir zur Übernachtung ein Hotel direkt an der Aker Brygge gebucht hatten. Nach einem guten Abendessen und ein paar gemütlichen Stunden in Oslo checkten wir am andern Morgen wieder auf der Color Magic ein, wo wir in der Tapasbar und in der Observer Lounge, bei schmackhaften Cocktails und Jazzmusik, den gebührenden Abschluss unserer Angelreise 2012 feierten.

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Nach knapp 20 Stunden erreichten wir wieder Kiel und nach weiteren 10 Stunden waren wir wieder wohlbehalten und zufrieden in Luxemburg.